Freitag, 5. August 2016

Probe Anna

Jetzt auch hier: Das vielgenähte Anna Dress von By Hand London. Ziel ist es natürlich, eines dieser wundervollen Maxikleider zu haben. Aus Vernunftgründen wurde aber erst einmal eine Probeversion in kurz und nicht aus einem gehüteten Schatz genäht.


Nach der Maßtabelle des Schnittes liege ich zwischen den Größen UK/US 12/16 und 14/18. Als Ausgangsgröße habe ich dann die 14/18 genommen. Diese auf Folie abgepaust, zusammengesteckt und der Puppe angezogen. Daraus die erforderliche Mehrweite für die FBA abgeleitet und wieviel dem Oberteil in der Länge fehlt.

Im Sew Along zum Anna Dress wird eine einfache FBA gezeigt, die allerdings in einem zusätzlichen Brustabnäher von der Seite kommend resultiert. Was ich ziemlich doof finde in Kombination mit den Oberteilfalten des Schnitts. Die FBA habe ich trotzdem wie gezeigt gemacht, den dadurch entstandenen Abnäher aber in die beiden Falten rotiert. Das Oberteil ist im unteren Bereich um zwei Zentimeter verlängert, die Höhe der Falten dann aber um zwei Zentimeter reduziert.


Für die Probeversion habe ich in den unendlichen Weiten des Stofflagers ein Reststück gefunden, aus dem sich mit einer guten Portion Zuschneideritis noch die kurze Version rausquetschen lies. Mit diesem Stoff hatte ich bereits den Nähkatzenmantel gefüttert. Ein Baumwollsatin von KBC.

Das Kleid sitzt eher locker, was mir aber deutlich lieber ist als zu körpernah. Kommt ja immer auch auf den verwendeten Stoff an. Gesäumt ist das Kleid übrigens noch nicht, das möchte ich mit Handstichen machen und hebe mir das für die Terrasse auf.


Im Rücken sieht es hier nach etwas Stoffüberschuss aus. Kann aber auch einfach an der Bewegung liegen. Stört mich auf jeden Fall nicht.

Das erste lange Anna Dress möchte ich nächstes Wochenende beim Nähkränzchen nähen. Und zwar aus diesem Stoff:


Ein Viskosekrepp. Glaube ich zumindest... Aus dem Bestand halt :) Passend dazu gibt es auch noch einen Strickstoff, ein Jäckchen dazu hört sich doch auch ganz nett an.


Ich wäre nicht unbedingt auf die Idee gekommen, das Anna Dress aus Jersey zu nähen. Monika hat es aber vorgemacht und das sehr überzeugend. Folgenden Jersey könnte ich mir sehr gut für eine Maxi-Anna vorstellen:


Bei Jersey sollte ich dann aber von der kleineren Größe ausgehen. Es wird nicht langweilig werden...

Mittwoch, 27. Juli 2016

Schnipsel

ruhig hier ... akute Schreibfaulheit kombiniert mit Instagram

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Was gab es so die letzte Zeit?

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Ein drittes Davie Dress.

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Zwei Tiramisu-Kleider, eines in Originallänge und eines als Maxikleid.

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Mc Call´s 7092 - ein Jerseykleid /-shirt mit Falten im Oberteil ausprobiert und jetzt ein neues Nachthemd im Schrank. Nuja.

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Mc Call´s 7081 - ein Webkleid mit Falten im Oberteil vorsichtig angetestet. Schnittteile auf Folie abgepaust und damit erste Anprobe und Korrekturen. Dann das Oberteil aus Bomull probegenäht. Es gäbe noch viel zu tun... Das Kleid möchte ich, werde hier aber aus meinem Grundschnitt selbst konstruieren.

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reichlich Craftsykurse geguckt

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Aha-Effekt beim BH-nähen. Ich habe schon mehrfach BHs aus nicht elastischer Spitze genäht. Manchmal passen sie und manchmal sind sie deutlich zu eng. Mir war bisher aber nicht klar, woran das liegt. Jetzt die Erleuchtung: Verschiedene Schnitte. Die, die passen, sind in der wirklich richtigen Größe genäht. Bei den zu engen nähe ich die falsche Größe. Bei elastischen Stoffen gleicht das Material das aus. Bei unelastischen Stoffen schlägt die Stunde der Wahrheit. Deshalb war auch mein Balconette-BH zu spack. Nicht elastisch...

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Also in den sauren Apfel beißen und den Classic Bra Schnitt noch einmal kaufen. Das ist Mistkram, wenn man bei verschiedenen Größengruppen im Randbereich liegt. Den Classic Bra mit gleicher Bandgröße aber zwei Cup-Größen größer und aus einem schön festen Material genäht. Und das sitzt wunderbar. Bei Gelegenheit die ganzen Variationen aus dem Classic Bra neu konstruieren, aber das macht mir zum Glück ja Spaß.

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Einen Tankini angefangen.

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Anna Dress gekauft und plotten lassen. Das soll mein Projekt für das nächste Nähkränzchen werden. Zur richtigen Größe und den Anpassungen muss ich mir noch Gedanken machen.

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Fotos werden nachgereicht

Mittwoch, 20. Juli 2016

MMM im Frau Lizzy Maxikleid

Alle haben ein Maxikleid. Alle, nur ich nicht. Geht natürlich gar nicht für einen Näh-Lemming wie mich. Schnitte gucken. Schlucken bei den benötigten Stoffmengen, so große Stücke gibt es dann eher nicht im Bestand.

An Frau Lizzy erinnern, ein einfach-raffiniertes Shirt von Schnittreif.


Ein Schnittteil, die Naht läuft entweder in der vorderen oder hinteren Mitte. Weit ausgestellt, hoher Halsausschnitt, keine großen Armlöcher (gut wegen nicht durchgucken und so). Kann man doch sicher verlängern, oder?


Klar, soweit der Jersey-Coupon das hergibt. Das Schnittteil habe ich an der Seiten(naht)linie soweit zusammengefaltet, dass die Verlängerung der hinteren Mitte unten die volle Weite des Coupons nutzt.


Das ergibt dann ein riesiges Schnittteil für ein Maxikleid. Und, funktioniert es?


Jawohl!


Von der Seite eher Säulenoptik. Macht aber nichts, ist luftig und bequem. Mag ich. Und weil es so schön war, gleich noch eines hinterher. Aus einen gehüteten Schatz, für den ich einen Schnitt mit möglichst wenig Nähten wollte.


Den Jersey hatte ich bei einem Berlinurlaub in der Traumbeere gekauft. Streichelzart und so schöner Musterverlauf.




Die Länge des Kleides hat sich aus der Länge des vorhandenen Jerseys ergeben (1 Musterrapport). Es hätte mir noch besser gefallen, wenn der helle Streifen weiter oben auf Hüfthöhe sitzen würde. Dann wäre mir das Rockteil aber zu kurz geworden und stückeln wollte ich nicht.

Auf jeden Fall zwei luftige Sommerkleider für Terrasse, Schwimmbad, Flohmarkt und was sonst so im Sommer ansteht.

Und hier geht es zum MeMadeMittwoch: KLICK

Mittwoch, 13. Juli 2016

Me Made Mittwoch im Davie Dress


Schnitt: Davie Dress von Sewaholic
Jersey: vom Stoffmarkt

Ein weiteres Schnittmuster aus dem Hause Sewaholic. Ich war sehr versucht, gleich ein schönes Stöffchen anzuschneiden, da mir die Sewaholic Schnitte ziemlich gut passen. Habe ich hier dann aber zum Glück doch nicht getan... Zuerst musste ein (inzwischen) weniger geliebter Stoff herhalten.


In rot-weiß-gepunktet das Probemodell. Mit riesigem Armausschnitt, da guckte der BH und was weiß ich sonst noch raus. Und viel zu viel Stoff ist da auch. Als Nachthemd ok, vor die Türe gehe ich so aber nicht. Änderung Nummer 1: Auf die überschnittenen Ärmel verzichten. Änderung Nummer 2: Armloch verkleinern.

Auf dem Vergleichsfoto sind Arm- und Halsausschnitt des zweiten Kleides noch nicht versäubert, das war eine Zwischen-Anprobe. Ganz ohne Ärmel wollte ich das Kleid dann doch nicht, deshalb hat es kleine Flügelärmel spendiert bekommen.


Weitere Änderung am Schnitt: Das Kleid hat eigentlich in der vorderen und der hinteren Mitte eine Teilungsnaht, vorne wird am Ausschnitt ein kleines "Guckloch" offen gelassen. Nicht bei mir. Ich finde Nähte in der vorderen Mitte bei Jerseykleidern nicht so toll, da ich diese mit der Overlock nähe und die Nahtzugabe sich dann nicht auseinanderbügeln lässt. Vorne soll es bitte symmetrisch sein. Außerdem kitzelt die Nahtzugabe am Bauch. Hinten würde mich eine Naht zwar nicht stören, ich habe aber trotzdem das vordere und hintere Mittelstück im Bruch zugeschnitten.


Ein Jersey für ein weiteres Davie Dress liegt schon bereit. Allerdings werde ich noch einmal am Schnitt basteln: Das Armloch darf wieder einen Ticken größer, mit Einfassband versäubert sitzt es dann doch etwas eng. Die Flügelärmel bekommen ein klein wenig mehr Weite. Der Halsausschnitt darf etwas größer sein.

Insgesamt finde ich den Schnitt super. Das Kleid sitzt figurnah ohne aufzutragen, ich mag auch die Seitenansicht gut leiden. Weder Sack noch Wurstpelle.


Neue Sandalen mit blingbling habe ich auch noch :)

Und jetzt zeige ich noch, wie ich momentan am liebsten die Ausschnitte bei Jerseysachen versäubere:


Einen vier Zentimeter breiten Jerseystreifen rechts auf rechts mit der Overlock annähen. Der Streifen hat die Länge "Umfang des Ausschnitts - 10% + 2 cm Nahtzugabe".


Den Streifen um die Overlocknaht herum nach innen umschlagen. Das gibt dem Saum ein kleines bisschen Volumen, was mir gut gefällt.


Feststecken.


Mit der Coverstitch und einem Nadelfaden (Kettnaht) im Nahtschatten festnähen.



Den überstehenden Rest des Jerseystreifens abschneiden. Fertig!

Was sonst so selbst gefertigtes getragen wird, könnt ihr hier gucken: MeMadeMittwoch

Samstag, 9. Juli 2016

Nähmaschinentasche

Mein Nähprojekt der letzten drei Wochen: Eine Transporttasche für die kleine Nähmaschine.


Die Ultimate Travel Bag von Annie Unrein. Wäre ich jetzt nicht unbedingt drauf gekommen, eine Reisetasche zu einer Nähmaschinentransporttasche umzufunktionieren. Zur Ultimate Travel Bag gibt es auch einen Craftsy Kurs, und dort in der Vorschau blitzt dann eine Nähmaschine aus der Tasche. Oha, es wurde interessant...


Kurz darauf ein Sale von Craftsy, ein beliebiger Kurs für 19,90$. Gut, gekauft! Schnappatmung kriegen beim Anblick der Materialliste. Stoffverbrauch: insgesamt 4,5 Meter. Plus haufenweise weiterem Material. Sparmaßnahmen einleiten: Hoffen auf günstigen Stoff vom Stoffmarkt (hat geklappt, uff). Ein Rest Soft and Stable (das Wundervlies von Annie Unrein) war noch da, der Rest wurde mit Schaumstoff-Laminat aus der Dessousnäherei aufgefüllt.


Vor drei Wochen habe ich mit dem Quilten von Außenstoff, Vlies und Futterstoff angefangen. Anstatt Linien oder ein Raster, habe ich die Blumen und Blätter des Außenstoffs nachgequiltet. Das hat mich dann auch zwei Wochen(enden) lang beschäftigt. Und hat erstaunlich viel Spaß gemacht! Es hat etwas meditatives, sich auf die eine Linie zu konzentrieren und nur zu schauen, wo es weitergehen soll.


Annie empfiehlt, das Material auf zwei Quiltsandwiche aufzuteilen, damit sich diese leichter mit einer Haushaltsnähmaschine quilten lassen. Ich habe im Endeffekt fünf einzelne Sandwiches gequiltet, was ich deutlich angenehmer fand.


Letzten Samstag konnte es dann losgehen. Alle Materialien vorbereitet und mit Schildchen versehen, der Craftsy Kurs mit am Zuschneidetisch.


Zuerst waren die Tragegurte dran. Dazu wird Gurtband in Stoff eingenäht. Stabil und hübsch anzusehen...


Dann die Außentaschen vorbereitet. Und die Innentaschen, diese werden aus Mesh genäht. Praktisch, weil zum einen zu sehen ist, was sich in den Innentaschen befindet, und zum anderen, weil auch noch etwas vom Futterstoff zu sehen ist.

 
Hier sind die seitlichen Außentaschen schon am Boden-/Mittelteil befestigt und der Boden hat Metallfüßchen spendiert bekommen. Annie nimmt statt Metallfüßchen farblich passende Knöpfe als Füßchen. Das finde ich eine sehr schöne Idee, da ich aber eine Nähmaschine in die Tasche packen möchte, war mir stabil dann doch lieber als hübsch.


Die zusammenmontierten Seitenteile von außen und innen. Das Vorderteil (oben) hat eine Reißverschlusstasche plus eine offene Eingrifftasche außen und eine dreigeteilte Innentasche. Das Rückteil (unten) bietet außen eine Eingrifftasche und mit einem quer laufenden Gurtband die Möglichkeit, die Tasche an einem Trolleygriff zu befestigen. Innen gibt es eine große Reißverschlusstasche.


Eine Rolle Schrägband vorbereiten.


Und ein Polster für den Schulterriemen.


Das Boden-/Mittelteil um die Reißverschlussteile ergänzt.

Falls ihr mal einen Taschenreißverschluss sucht, der zur Mitte hin schließt (Jacken-RV mit zwei Zippern schließen nach außen hin, d.h. wenn geschlossen sind die Zipper oben und unten - das taugt nicht für eine Tasche): Sucht nach Reißverschluss O-Form. Die Jackenzipper heißen X-Form.

Zeit für eine erste Anprobe! Die kleine Nähmaschine passt schon mal rein. Das blaue Stoffteil, auf dem die Maschine steht, ist ein Einschubfach für eine verstärkende Bodenplatte. Da kam später ein flexibles Schneidebrettchen vom Möbelschweden rein. Wozu ich die schon alles zweckentfremdet habe...


Montieren! Wohl dem, der viele Wonder Clips sein eigen nennt. Mit Stecknadeln braucht man da nicht wirklich anfangen...


Eine große Nähmaschine ist dafür auch nicht schlecht. Ein Anschiebetisch auch nicht.


Im Vergleich zum Catch All Caddy, den ich im letzten Jahr genäht habe, war (die deutlich größere) Reisetasche komplett easypeasy zu nähen. Der Catch All Caddy wollte sich dauernd selbständig machen und zur Seite / nach vorne / nach hinten entfleuchen. Eine Hand war ständig mit dem Festheben der Tasche beschäftigt und hat zur Stoffführung gefehlt. Den Anschiebetisch hatte ich dort noch nicht. Auf dem Anschiebetisch bleibt alles einfach da liegen, wo es liegen soll.


Bevor das ganze gewendet wird, kommt die Bodenplatte in ihr Fach. Wenn man weiß wie, dann lässt sich das auch ganz einfach umdrehen. Insgesamt ist es finde ich deutlich entspannter, die Tasche mit dem Videokurs zu nähen (die Anleitung gibt es auch separat zu kaufen). Ich bin an keiner Stelle planlos dagestanden und Annie gibt viele tolle Tipps, die auch über das Taschenprojekt hinaus hilfreich sind.

Zwei Wochenenden quilten und ein Wochenende nähen (und ein bisschen unter der Woche abends) später:


Die kleine Nähmaschine (eine Brother Innovis 10a) passt rein.


Pedal und Kabel auch. Dann ist aber voll. Zubehör und Nähprojekt müssen in eine separate Tasche. Das stört mich im Moment ein wenig, was aber total doof ist. Ich wollte schließlich eine kleine Tasche, nur für die Maschine. Einen großen Nähmaschinentrolley habe ich ja schon.


Die Tasche ist sehr stabil. Sorgen, dass sie die Maschine nicht trägt habe ich nicht. Mit dem Gewicht werde ich mir die Tasche aber sicher nicht auf die Schulter hängen.


Mein Fazit:
Hat viel Spaß gemacht, hat an keiner Stelle genervt, war unterm Strich aber viel zu teuer für eine Tasche. Die Tasche gefällt mir sehr gut und ich freue mich, wie ordentlich alles geworden ist. Ich werde sie auch für andere Zwecke als den Nähmaschinentransport nutzen. Aber nur, wenn sie dabei nicht verschmuddeln kann. Nach Würzburg darf sie nicht, zu schade für den Fernbus-Transportraum. Da ich das Glück regelmäßiger Nähkränzchen habe, wird es aber genügend Gelegenheiten für die Tasche geben...